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Big-Mac-Index

Den Burger “Big Mac” von McDonald’s gibt es in fast jeder der 32000 Filialen in 115 Ländern weltweit, so kam man auf die Idee zum sogenannten “Big-Mac-Index”. Dadurch, dass seine Zutaten und Zubereitungsweise durch Franchiseverträge überall nahezu gleich ist, lässt sich über seinen jeweiligen Einzelpreis in unterschiedlichen Nationen die Kaufkraft der lokalen Währung im Vergleich zu US-Dollar bestimmen.

Big Mac

Der Big-Mac-Index wurde im Jahr 1986 von einer Redakteurin des “The Economist” ins Leben gerufen.

Die Geschichte

Der Big-Mac-Index wurde im Jahr 1986 von einer Redakteurin des britischen Wochenmagazins “The Economist” ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es, mit Hilfe des Big-Mac-Index die Thematik der Wechselkurse und des Kaufkraftparitätenkurses auch für Laien leicht verständlich zu gestalten. Des Weiteren sollten die Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen aufgezeigt werden, um ein Verständnis für die herrschende Unterschiedlichkeit zu schaffen, und so die Leser für das Thema zu sensibilisieren. Ähnlich zu den drei Faktoren Bruttoinlandsprodukt, Bruttosozialprodukt und Bruttoinlandseinkommen zeigt er daher, wie gut eine Währung und ein Land wirtschaftlich dastehen.

Die Errechnung des Big-Mac-Index

Die Grundlage dieses Preis- und Kaufkraftvergleiches verschiedener Länder ist eine der ältesten Betrachtungen der Volkswirtschaftslehre, die Kaufkraftparität. Man spricht von Kaufkraftparität, wenn die Kaufkraft zweier Währungen, die an einem Index von verschiedenen Güterpreisen gemessen wird, gleich ist. Dazu werden beim Big-Mac-Index die Preise für einen Burger der Sorte Big Mac, der in unterschiedlichen Ländern zur inländischen Währung erworben wurde, durch die Umrechnung zu dem zu der Zeit herrschenden Wechselkurs in US-Dollar vergleichbar gemacht. Zu einer Über- oder Unterbewertung einer Währung kommt es, wenn der Big Mac in einem Land sehr viel mehr oder weniger kostet als in einem anderen, dies zeigt dann, dass die inländische Währung im Vergleich zum Dollar ebenfalls zu viel oder zu wenig wert ist, also weniger oder mehr Kaufkraft hat.

Beispiele für den Big-Mac-Index anhand verschiedener Länder

In der gesamten Eurozone liegt der Durchschnittspreis für einen Big Mac bei 4,88 Dollar. Somit ist der Euro nach dem Index 11,7 Prozent überbewertet. In Deutschland kostet der Burger sogar noch etwas mehr, hier muss man durchschnittlich 4,94 Dollar zahlen, um sich den Big Mac genehmigen zu können. In der Schweiz ist die Währung noch weit überbewerteter, hier muss man 7,12 Dollar pro Burger zahlen. Die Schweizer Franken sind dann nach dem Index zu 63,1 Prozent überbewertet. 2010 war Norwegen mit 93 Prozent Überbewertung Spitzenreiter, besonders günstig konnte man hingegen in Sri Lanka und der Ukraine essen, hier sollten die Währungen um bis zu 50 Prozent unterbewertet sein.

Kritik am Big-Mac-Index

Der Big-Mac-Index ist nur ein sehr grober Messwert für die Kaufkrafterrechnung, da zum Beispiel die lokalen Gegebenheiten wie Lohn-, Miet- und Energiekosten stark differenzieren können, deshalb sollten auch immer noch andere Mittel hinzugezogen werden.

Der Big-Mac-Index:

  • wurde von der Zeitschrift “The Economist” entwickelt und zeigt die Kaufkraftparität eines Landes
  • ist ein relativ einfaches Mittel dies zu tun, stellt aber auch nur einen groben Messwert dar
  • zeigt über- und unterbewertete Währungen, so ist die Norwegische Krone zum Beispiel überbewertet